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Jörg Buttgereit & Marcus Stiglegger

DER ZOMBIEFILM - SO UNTOT WIE SEINE PROTAGONISTEN?

labor leerEine junge Frau lehnt schlafend an einer Wand. Plötzlich ergreift eine Hand ihre Schulter.  Wir befinden uns in einem Fernsehstudio, und der Untergang ist in vollem Gange. Tote Amerikaner sind ihren Gräbern entstiegen und fallen über die Lebenden her. Das sind die ersten Bilder aus George A. Romeros «Dawn of the Dead» (1978), der den kannibalischen Untoten wie kein zweites Werk der Populärkultur zur Ikone erhob. Es war ein langer Weg vom apathischen Voodoo-Zombie zum tierhaft-blutrünstigen Untoten unserer Tage, doch die Verflechtungen sind vielfältig und geprägt von einer inneren Logik. Zombiefilme reflektieren stets die Epoche ihres Entstehens. Der Arthouse-Horrorfilmregisseur Jörg Buttgereit und der Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger stellen die lebenden Toten als zeitgenössisch politische, soziale oder satirische Metapher vor.

 

 

Jörg Buttgereit ist Regisseur und Autor diverser Arthouse-Horrorfilme («Nekromantik», «Der Todesking»), arte-TV-Dokumentationen («Monsterland», «Durch die Nacht mit...») Theaterstücke («Captain Berlin Versus Hitler», «Gabba Gabba Hey!») und Hörspiele («Sexmonster», «Green Frankenstein»). Außerdem arbeitet er als Filmkritiker für diverse Zeitschriften und ist Autor der Bücher «Japan - die Monsterinsel» und «Nightmares in Plastic». www.joergbuttgereit.com

Marcus Stiglegger lehrt Filmwissenschaft an der Universität Siegen, sowie an den Universitäten Mainz, Mannheim und an der Internationalen Filmhochschule (ifs) Köln. Er veröffentlichte zahlreiche Buchpublikationen und -beiträge über Filmästhetik, Filmgeschichte und Filmtheorie und forscht u.a. zu Film und Philosophie, Essayismus, Montagetheorie, Körperkino und Autorentheorie. Er ist Herausgeber des Print- und Onlinemagazins :Ikonen: und schreibt regelmäßig für die Magazine epd Film, Filmdienst, Testcard, Deadline und Splatting Image, dreht Kurzfilme und Musikvideoclips. www.uni-siegen.de