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Thomas Macho

MEIN TOD IM BILD: KRITIK DES SUIZIDALISMUS

krankenhaus leerIn den «Betrachtungen über Sünde, Leid, Hoffnung und den wahren Weg» schrieb Franz Kafka: «Der Tod ist vor uns, etwa wie im Schulzimmer an der Wand ein Bild der Alexanderschlacht. Es kommt darauf an, durch unsere Taten noch in diesem Leben das Bild zu verdunkeln oder gar auszulöschen.» Während Martin Heidegger behauptete, wir könnten nur ganz wir selbst sein im «Vorlaufen in den Tod», in der «Freiheit zum Tode», wusste Kafka, dass wir in diesem «Vorlaufen» einem Bild gegenübertreten. Und er wusste auch, dass es bei der Betrachtung dieses Bildes darauf ankommt, die Freiheit zum Leben zu gewinnen, nicht eine Art Lizenz zum Suizid. Der Kulturwissenschaftler Thomas Macho spricht über die kulturelle Wertigkeit und symbolische Rahmung von Akten der Selbsttötung in unterschiedlichen Kulturen und historischen Epochen.

 

 

Thomas Macho studierte Philosophie, Musikwissenschaft und Pädagogik. Er beschäftigt sich in einer Vielzahl von Publikationen mit Metaphern und Bildern des Todes sowie mit der historischen und kulturellen Wandelbarkeit des Umgangs mit dem Tod. Insbesondere forscht er zur aktuellen, neuen Sichtbarkeit des Todes, zu Unterwelten, zu Totenmasken und zu Gustav Theodor Fechners «Büchlein vom Leben nach dem Tode». Thomas Macho ist Professor für Kulturgeschichte am Institut für Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin. www.culture.hu-berlin.de